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von Florian Fischer

Neues iPad mini 2026: OLED, Schutz vor Wasser und ab 749 Euro

Eine Hand hält das neue iPad mini hochkant, auf dem Bildschirm leuchtet der Schriftzug „mini“ in Blau und Violett
Das neue iPad mini mit OLED-Display. Quelle: Apple

Apple hat am Montag, 26. Oktober, das neue iPad mini vorgestellt. Es bekommt ein OLED-Display mit 8,5 Zoll, den Chip A20 Pro und als erstes iPad einen Schutz vor Wasser und Staub nach IP67. In Deutschland kostet es ab 749 Euro, vorbestellen kannst Du es ab Mittwoch.

Erwartet hatten viele das iPad mini beim Apple-Event „Pro and tell“ am Mittwochabend. Gekommen ist es zwei Tage früher, ohne Bühne und ohne Keynote: per Pressemitteilung und mit einem kurzen Video auf YouTube. Am Mittwoch um 18 Uhr folgen voraussichtlich die neuen Macs. Was dazu bisher bekannt ist, steht in unserer Vorschau auf das Event.

OLED-Display: größer, ohne dass das Gerät wächst

Die wichtigste Neuerung ist der Bildschirm. Nach dem iPad Pro setzt Apple jetzt auch beim kleinsten iPad auf OLED. Jeder Bildpunkt leuchtet selbst und lässt sich einzeln abschalten, dadurch ist Schwarz wirklich schwarz und der Kontrast steigt deutlich. Die Diagonale wächst von 8,3 auf 8,5 Zoll. Weil die Ränder um 24 Prozent schmaler ausfallen, bleibt die Grundfläche trotzdem praktisch gleich.

Auch die Helligkeit legt zu. Bei HDR-Fotos und -Videos erreicht das Display laut Apple in der Spitze 1.200 Nits (das Maß für die Helligkeit), mehr als doppelt so viel wie bisher. Bei normalen Inhalten sind es bis zu 600 statt 500 Nits. Nach unten lässt es sich bis auf 1 Nit dimmen, was beim Lesen bei ausgeschaltetem Licht angenehm ist. Neu ist außerdem Nanotexturglas wie beim iPad Pro, allerdings nur für die Modelle mit 256 und 512 GB. Die matte Oberfläche spiegelt deutlich weniger, etwa draußen in der Sonne.

Was in Apples Angaben fehlt, ist ProMotion. Beim iPad Pro nennt Apple die flüssige Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz ausdrücklich, beim iPad mini nennt Apple gar keine. Das spricht für 60 Hz wie bisher, 120 Hz gibt es damit weiter nur im iPad Pro.

Erstes iPad mit Schutz vor Wasser und Staub

Zum ersten Mal hat ein iPad eine offizielle Schutzklasse gegen Wasser und Staub. Das iPad mini erfüllt IP67, getestet hat Apple das im Labor mit bis zu 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe. Dafür hat Apple auch die Lautsprecher neu gebaut und abgedichtet: Das Display ist Teil des Klangsystems geworden, die Hochtöner verschwinden ganz im Gehäuse. Im Alltag heißt das: Regen auf dem Heimweg, Spritzer in der Küche oder ein umgekipptes Glas Wasser sind kein Grund mehr zur Panik.

Drei Dinge solltest Du trotzdem kennen, Apple nennt sie selbst im Kleingedruckten:

  • Wasserschäden deckt die Garantie nicht. Apples Herstellergarantie schließt Flüssigkeitsschäden ausdrücklich aus. Dringt Wasser ein, zahlst Du die Reparatur in aller Regel selbst. AppleCare+ deckt solche Unfallschäden ab, allerdings mit Selbstbeteiligung.
  • Nass nicht laden. Erst trocknen lassen, dann ans Kabel. Wie das richtig geht, beschreibt Apple im Benutzerhandbuch.
  • Der Schutz hält nicht ewig. Durch normale Abnutzung kann er mit der Zeit nachlassen.

IP67 ist damit eine Absicherung gegen Missgeschicke, keine Freigabe fürs Baden. Apple selbst schreibt „vor Wasser und Staub geschützt“, nicht „wasserdicht“.

Ein dunkles iPad mini liegt flach, auf dem Bildschirm mit dem Schriftzug „mini“ perlen Wassertropfen
Das iPad mini ist nach IP67 vor Wasser und Staub geschützt. Quelle: Apple

A20 Pro, Kamera an der Längsseite, schnellere Verbindungen

Im Inneren arbeitet der A20 Pro, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren. Bei der Speichergröße lohnt ein genauer Blick: Laut Apples technischen Daten hat nur das Modell mit 512 GB sechs Prozessorkerne und die doppelte Neural Engine für KI, die Varianten mit 128 und 256 GB arbeiten mit fünf Kernen. Die bis zu 60 Prozent mehr Tempo bei Aufgaben, die mehrere Kerne nutzen, nennt Apple für den Chip mit sechs Kernen, verglichen mit dem A17 Pro im Vorgänger. Die Grafik ist laut Apple bis zu 2,7-mal so schnell, KI-Aufgaben laufen bis zu 4,5-mal so schnell.

Die Frontkamera sitzt jetzt an der langen Seite. Steht das iPad mini quer in einer Hülle auf dem Tisch, schaust Du bei FaceTime und Videokonferenzen also gerade in die Kamera statt seitlich an ihr vorbei. Hinten bleibt es bei 12 Megapixeln und Videos in 4K. Neu ist ein adaptiver True-Tone-Blitz, der laut Apple Fotos verbessert und beim Scannen von Dokumenten hilft.

iPad mini in Polarstern im Querformat mit einem Videoanruf, dahinter die Rückseite mit Kamera
Die Frontkamera sitzt jetzt an der Längsseite. Quelle: Apple

Für die Verbindungen sorgt jetzt Apples eigener Funkchip N1 mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread, einem Funkstandard fürs Smart Home. Die Modelle mit Mobilfunk nutzen das Modem C2, das laut Apple bis zu 50 Prozent schneller ist als das Modem im Vorgänger, mit 5G. Eine SIM-Karte zum Einstecken passt nicht, das iPad mini nutzt nur eSIM.

Entsperrt wird weiterhin per Touch ID im oberen Knopf, Face ID gibt es beim iPad mini nicht. Das Gehäuse ist nur noch 5,4 statt 6,3 Millimeter dick und wiegt 255 statt 293 Gramm, mit Mobilfunk 263 statt 297 Gramm.

Siri AI: vorerst nicht in Deutschland

Apple bewirbt das iPad mini auch mit Siri AI, der komplett neuen Siri, die als Beta mit iPadOS 27.2 kommt. In der EU ist Siri AI unter iPadOS aber derzeit nicht verfügbar. In der deutschen Pressemitteilung kommt Siri AI gar nicht vor, der Hinweis steht nur im Kleingedruckten der englischen Fassung und der technischen Daten. Apple sucht nach eigener Aussage mit der EU nach einer Lösung, einen Zeitplan gibt es nicht. Und selbst außerhalb der EU spricht die Beta noch kein Deutsch, sondern nur Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Die übrigen Funktionen von Apple Intelligence gibt es dagegen auch auf Deutsch.

Preise und Termine

Günstiger wird das iPad mini nicht. In Deutschland kostet es:

  • Wi-Fi: ab 749 Euro (128 GB)
  • Wi-Fi + Cellular: ab 919 Euro
  • Bildungspreis: ab 699 Euro
  • Apple Pencil Pro: 149 Euro, Apple Pencil (USB-C): 89 Euro
  • Smart Folio: 89 Euro, neu gestaltet, in Navyblau und Taupe

Das bisherige iPad mini mit A17 Pro begann zuletzt bei 679 Euro, der Aufschlag beträgt also 70 Euro. Bloomberg hatte vorab sogar mit rund 799 Dollar in den USA gerechnet, geworden sind es 699 Dollar. Speicher gibt es mit 128, 256 oder 512 GB, Farben nur noch zwei: das neue, dunkle Mitternacht und das helle Polarstern.

Das iPad mini in Polarstern von hinten mit Kamera, daneben die Vorderseite mit orangem Muster
Das iPad mini in Polarstern. Quelle: Apple
  • Vorbestellung: ab Mittwoch, 28. Oktober, online bei Apple und in der Apple Store App
  • Im Handel: ab Freitag, 6. November

Lohnt sich der Wechsel?

Wer ein iPad mini mit A17 Pro von 2024 besitzt, hat ein Gerät, das Apple Intelligence bereits beherrscht. Für einen Wechsel sprechen vor allem drei Dinge: das OLED-Display, der Schutz vor Wasser und die Kamera an der langen Seite. Am meisten profitiert, wer das iPad mini oft draußen, in der Küche oder unterwegs nutzt. Wer viel mit einer Hand liest, merkt außerdem die knapp 40 Gramm weniger. Wer das iPad mini dagegen nur ab und zu zum Surfen nutzt, kann gut beim bisherigen Modell bleiben.

Anders sieht es bei einem iPad mini der sechsten Generation von 2021 oder älter aus. Diese Modelle bekommen kein Apple Intelligence, der Sprung zum neuen Modell ist hier deutlich größer.

Mein Fazit

Ein großer Fan des iPad mini war ich nie, aber dieses Update gefällt mir. OLED und endlich ein Schutz vor Wasser: Das ist nicht die höchste Schutzstufe, die es gibt, aber im Urlaub am Pool oder abends in der Badewanne, wo ja gar nicht so wenige noch eine Folge ihrer Lieblingsserie schauen, ist das ein echter Gewinn. Reinfallen sollte es trotzdem nicht.

Am meisten freut mich die Option mit Nanotexturglas. Auf meinem MacBook möchte ich sie nicht mehr missen, und aufs iPhone kommt bei mir gern eine matte Folie. Der Finger gleitet einfach super darüber, und es spiegelt kaum noch.

Wem ich das iPad mini empfehlen würde? Vor allem Menschen, die gern mit dem Stift arbeiten. Eine Kundin von mir ist Künstlerin und zeichnet am liebsten auf dem iPad mini. Dafür ist es wie gemacht: klein genug für jede Tasche, groß genug für eine Skizze. Und wer schnell mal etwas lesen will, hat damit ein richtig gutes Lesegerät.

Auch für Dienstleister, die viel unterwegs sind, ist es oft das passende Gerät, gerade mit Mobilfunk: Es ist überall online, und Kunden können direkt darauf unterschreiben. Wer dagegen vor allem Filme schaut und auf dem Sofa surft, bekommt mit einem größeren iPad mehr Bildschirm fürs Geld.

Und Siri AI? Die altbekannte Leier: Kommt vorerst nicht nach Deutschland, Apple arbeitet daran. Den Kauf würde ich davon nicht abhängig machen.

Florian Fischer, Inhaber von Flori hilft! und Apple-Berater aus Köln

Florian Fischer

Inhaber

Ich bin Florian, Inhaber von Flori hilft!. Seit 2019 unterstütze ich Privatpersonen und kleine Unternehmen rund um Mac, iPhone, iCloud und WLAN – verständlich erklärt, vor Ort in Köln und per Fernwartung deutschlandweit.

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