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von Florian Fischer

MacBook Pro mit Touchscreen und OLED: Was neu ist, was fehlt und was es kostet

Zwei MacBook Pro mit OLED-Display hintereinander, vorn 14 Zoll in Space Schwarz, dahinter 16 Zoll in Silber
Das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display in 14 und 16 Zoll. Quelle: Apple

Apple hat am Mittwoch, 28. Oktober, das erste MacBook mit Touchscreen vorgestellt. Das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display hat einen OLED-Bildschirm, eine Dynamic Island statt der Notch und ein Apple-Logo, das wieder leuchtet. In Deutschland kostet es ab 3.299 Euro, vorbestellen kannst Du es seit Mittwochabend.

Unter dem Motto „Pro and tell“ kam das Gerät um 18 Uhr ohne Bühne, per Pressemitteilung und kurzem Video. Es war der Abschluss einer vollen Woche: Am Montag hatte Apple das neue iPad mini gezeigt, am Dienstag den iMac und das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M6. Was in unserer Vorschau über das Touch-Modell stand, hat sich weitgehend bestätigt. Nur zu Menüs, die sich danach richten, ob Du gerade tippst oder klickst, sagt Apple nichts.

Wichtig für alle, die gerade ein MacBook Pro kaufen wollen: Das neue Modell kommt als teurere Variante dazu, die Modelle mit Mini-LED bleiben im Angebot. Gedacht ist es vor allem für Leute, die Fotos bearbeiten, Videos schneiden oder gestalten. Dass es leichter ist und im Freien heller leuchtet, haben aber alle davon.

Touch: zum ersten Mal am Mac

Der Bildschirm reagiert jetzt auf Deine Finger. Tastatur und Trackpad bleiben, der Touchscreen kommt nur hinzu. Im Alltag heißt das:

  • Blättern und Vergrößern: Seiten mit dem Finger verschieben, Fotos mit zwei Fingern aufziehen
  • Fenster: per Doppeltipp auf volle Größe bringen oder mit einer schnellen Handbewegung neben andere Fenster legen
  • Verschieben: Dateien, Bilder oder Folien mit dem Finger dorthin ziehen, wo sie hinsollen
  • In Apples Profi-Apps (mit einem Update im November): in Logic Pro auf einer Klaviertastatur am Bildschirm spielen, in Pixelmator Pro direkt auf dem Bild zeichnen, in Final Cut Pro Clips mit dem Finger an ihren Platz ziehen

Den Berührungssensor hat Apple in den Aufbau des Bildschirms selbst integriert, eine zusätzliche Touch-Folie obendrauf gibt es nicht. So soll das Display schneller auf Deinen Finger reagieren. Zwei weitere Details zielen auf typische Schwächen von Laptops mit Touchscreen: Ein neues Scharnier soll das Display stabil halten, wenn Du darauf tippst. Und im Videocall glättet eine Stabilisierung das Kamerabild, falls es beim Berühren des Bildschirms wackelt.

Frau im roten Pullover zeigt in einem Büro mit dem Finger auf den Bildschirm eines MacBook Pro mit einem 3D-Objekt
Touch kommt dazu, Tastatur und Trackpad bleiben. Quelle: Apple

Programme ohne eigene Touch-Unterstützung lassen sich trotzdem antippen: macOS behandelt den Finger dann wie einen Mausklick. Apples eigene Apps sind bereits angepasst. Logic Pro, Final Cut Pro und Pixelmator Pro gehören zu Apple Creator Studio, Apples Abo mit Profi-Apps, und bekommen ihre Touch-Bedienung mit einem Update im November. Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Zoom, Lightroom, DaVinci Resolve und weitere Programme anderer Hersteller sollen laut Apple noch in diesem Jahr nachziehen.

Für Apple ist das eine Kehrtwende. 2010 hielt Steve Jobs Touch an einem senkrecht stehenden Bildschirm für ermüdend, und mehr als die Touch Bar, den schmalen Streifen über der Tastatur von 2016 bis 2023, gab es am Mac danach nicht. Das neue MacBook Pro umgeht den alten Einwand eher, als dass es ihn widerlegt: Gearbeitet wird weiter mit Tastatur und Trackpad, der Finger am Bildschirm ist für den kurzen Griff da.

Das Display: OLED statt Mini-LED

Apple nennt den neuen Bildschirm PROLED XDR. Technisch ist es ein Tandem-OLED, wie es Apple 2024 im iPad Pro eingeführt hat: Zwei Schichten selbstleuchtender Pixel liegen übereinander. Weil jedes Pixel sein eigenes Licht erzeugt, ist Schwarz tatsächlich schwarz. Die Lichthöfe, die bei Mini-LED (einem LCD mit vielen kleinen Leuchtdioden dahinter) um helle Objekte auf dunklem Grund entstehen können, fallen weg.

Gegenüber den Modellen mit Mini-LED ändert sich laut Apples technischen Daten (Nits ist die Maßeinheit für Helligkeit):

  • Helligkeit bei HDR: bis zu 2.000 statt 1.600 Nits
  • Helligkeit ohne HDR im Freien: bis zu 2.000 statt 1.000 Nits, das hilft in der Sonne und am Fenster
  • Kontrast: 10.000.000:1 statt 1.000.000:1
  • Farbraum: neben P3 jetzt auch Adobe RGB, wichtig für alle, die Fotos für den Druck bearbeiten
  • Größe: beim 16-Zoll-Modell dank schmalerer Ränder 16,3 statt 16,2 Zoll, das 14-Zoll-Modell bleibt bei 14,2 Zoll

Für Profis gibt es außerdem Werkzeuge zum Kalibrieren und Referenzmodi, etwa für Kino, Druck und jetzt auch für medizinische Bilder (laut Apple nicht für Diagnosen).

Nanotexturglas gegen Spiegelungen gibt es auch beim Touch-Modell, für 165 Euro Aufpreis und jetzt direkt in das Deckglas geätzt. Touch und matter Bildschirm schließen sich also nicht aus. Gegen Fingerabdrücke nennt Apple eine fettabweisende Beschichtung.

MacBook Pro in Space Schwarz von vorn, auf dem Bildschirm eine lachende Person zwischen leuchtend roten und blauen Fasern
Neu ist der Farbraum Adobe RGB. Quelle: Apple

Bleibt die bekannte Sorge bei OLED: das Einbrennen von Bildelementen, die lange an derselben Stelle stehen, am Mac etwa Menüleiste und Dock. Laut Apple behält die Display-Steuerung im Blick, wie stark jedes einzelne Pixel genutzt wird, und gleicht das aus. Im Video spricht Apple ausdrücklich von Schutz vor Einbrennen. Wie gut das über Jahre hält, kann heute noch niemand sagen.

Design: leichter, etwas dünner und das Logo leuchtet wieder

Was in der Pressemitteilung fehlt, zeigt das offizielle Video gleich in den ersten Sekunden und noch einmal kurz vor Schluss: Der Deckel liegt im Dunkeln, und das Apple-Logo darauf leuchtet. Wer das Gerät am Mittwoch in Los Angeles schon ausprobieren durfte, bestätigt das. Beim MacBook Pro gab es das zuletzt 2015, mit dem Modell von 2016 hat Apple das leuchtende Logo abgeschafft.

Dass es jetzt zurückkommt, ist technisch nicht selbstverständlich. Früher leuchtete das Logo, weil die Hintergrundbeleuchtung des Displays durch die Aussparung im Deckel schien. Ein OLED-Display hat keine Hintergrundbeleuchtung mehr, das Logo braucht also eine eigene Lichtquelle. Wie Apple das gelöst hat, verrät das Unternehmen bisher nicht.

Leuchtendes Apple-Logo auf dem dunklen Deckel eines MacBook Pro
Standbild aus Apples Video vom 28.10.2026. Quelle: Apple

Deutlich spüren dürftest Du das Gewicht. Weil das OLED-Display flacher baut, ist das Gehäuse etwas dünner. Vor allem aber ist es leichter geworden:

  • 14 Zoll: 1,38 statt 1,60 kg, 1,50 statt 1,55 cm dick
  • 16 Zoll: 1,82 statt 2,14 kg, 1,60 statt 1,68 cm dick

Die Werte gelten mit M5 Pro, mit M5 Max sind es jeweils 20 Gramm mehr. Das 14-Zoll-Modell mit OLED ist damit sogar leichter als das günstigere mit M6, das 1,55 kg wiegt.

Zwei aufgeklappte MacBook Pro von der Seite, Rücken an Rücken, links Space Schwarz, rechts Silber
Etwas dünner als bisher: 1,50 cm mit 14 Zoll, 1,60 cm mit 16 Zoll. Quelle: Apple

Neu aufgebaut sind auch die Kühlung, die die Abwärme vom Bildschirm fernhält, und die sechs Lautsprecher, die laut Apple 50 Prozent tieferen Bass liefern. Akkulaufzeit und Anschlüsse bleiben wie bei den Modellen mit Mini-LED, mit bis zu 24 Stunden Videostreaming beim 16-Zoll-Modell. Farben gibt es zwei: Space Schwarz und Silber.

Dynamic Island und Siri AI: Was davon in Deutschland ankommt

Statt der Notch sitzt oben am Bildschirm jetzt, wie beim iPhone, die Dynamic Island. Dort erscheinen Live-Aktivitäten, also Infos, die sich laufend aktualisieren. Antippen kannst Du sie auch: Klingelt ein Anruf auf dem Mac, schickt Dir jemand eine Datei per AirDrop oder läuft Musik, reicht ein Tipp oben auf die Insel.

Laut Apple ziehen auch Spotlight und Siri AI in die Insel. Eine Fußnote schränkt das ein: Spotlight wandert nur dorthin, wenn Siri AI verfügbar und eingeschaltet ist. Siri AI läuft als Beta in macOS 27.2 und versteht bisher Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Deutsch fehlt. Dass Siri AI in der EU derzeit fehlt, schreibt Apple nur für iPhone, iPad und Apple Watch. Der Mac steht nicht auf dieser Liste.

Für Dich heißt das: Nutzt Du Deinen Mac auf Deutsch, zeigt die Dynamic Island vorerst nur Live-Aktivitäten, und Spotlight bleibt, wo es bisher war. Wer alles haben will, muss den Mac und Siri auf eine der unterstützten Sprachen umstellen, in der Praxis meist auf Englisch. Mehr zu Siri AI und ihren Grenzen steht in unserem Beitrag zu iMac und MacBook Pro mit M6.

Dynamic Island oben am Bildschirm eines MacBook Pro mit einer AirDrop-Anfrage und den Tasten Ablehnen und Annehmen
Die Dynamic Island ersetzt die Notch. Quelle: Apple

Warum das teuerste MacBook den älteren Chip hat

Beim Chip tut sich nichts: M5 Pro oder M5 Max, dieselben wie seit März. Neu ist, dass Du mit M5 Max bis zu 16 statt 8 TB Speicher bestellen kannst.

Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen, denn das günstigste MacBook Pro bekam am Dienstag den neueren M6. Bei Apple verrät die Ziffer aber nur die Generation. Wie stark ein Chip ist, zeigt der Zusatz Pro oder Max. Ein M5 Pro bringt bis zu 18 Prozessorkerne, bis zu 64 GB Arbeitsspeicher und Thunderbolt 5 mit, der M6 kommt auf 12 Kerne und höchstens 32 GB. Warum das so ist, haben wir im August ausführlich erklärt.

Bloomberg berichtet, dass Apple den M6 bei den Profi-Chips ganz überspringt: Statt eines M6 Pro und M6 Max sollen als Nächstes M7 Pro und M7 Max kommen, voraussichtlich Ende 2027. Wer auf einen M6 Pro warten wollte, kann sich das nach diesem Bericht sparen.

Was fehlt

  • Kein Face ID: Entsperrt wird weiter per Touch ID in der Tastatur.
  • Kein Mobilfunk: Eine Variante mit 5G hat Apple nicht vorgestellt.
  • Kein Netzteil im Karton: In Deutschland liegt nur das Ladekabel bei, mehr dazu unten.

Preise in Deutschland

Das neue MacBook Pro kostet in Deutschland:

  • 14 Zoll mit M5 Pro: ab 3.299 Euro (15 Prozessorkerne, 24 GB Arbeitsspeicher, 1 TB)
  • 16 Zoll mit M5 Pro: ab 3.899 Euro (18 Prozessorkerne, 24 GB Arbeitsspeicher, 1 TB)
  • 14 Zoll mit M5 Max: ab 5.199 Euro (36 GB Arbeitsspeicher, 2 TB)
  • 16 Zoll mit M5 Max: ab 5.599 Euro (36 GB Arbeitsspeicher, 2 TB)
  • Nanotexturglas: 165 Euro Aufpreis
  • Bildungspreise: ab 3.129 Euro (14 Zoll) und ab 3.669 Euro (16 Zoll)

Die Modelle mit Mini-LED bleiben zu ihren bisherigen Preisen im Angebot: mit M5 Pro ab 2.899 Euro (14 Zoll) und 3.399 Euro (16 Zoll), mit M5 Max ab 4.799 und 5.099 Euro. In der Grundausstattung kosten OLED und Touch also 400 Euro mehr mit 14 Zoll und 500 Euro mehr mit 16 Zoll. Das Einstiegsmodell mit M6 startet bei 2.299 Euro.

Das Netzteil kostet extra

Wie bei allen MacBook Pro, die Apple derzeit in Deutschland verkauft, liegt auch dem neuen Modell kein Netzteil bei, sondern nur das Kabel von USB-C auf MagSafe 3 mit 2 Metern Länge. In den USA packt Apple je nach Modell ein Netzteil mit 70, 96 oder 140 Watt dazu. Wie viel Leistung Du brauchst, hängt von der Größe ab:

  • 14 Zoll: mindestens 70 Watt, schnelles Laden ab 96 Watt
  • 16 Zoll: mindestens 94 Watt, schnelles Laden ab 140 Watt

Schnell heißt laut Apple: in 30 Minuten auf bis zu 50 Prozent. Apples Netzteile kosten 65 Euro (70 Watt), 85 Euro (96 Watt) und 119 Euro (140 Watt), beim 16-Zoll-Modell sollte es also mindestens das mittlere sein. Ein vorhandenes USB-C-Netzteil mit genug Leistung, etwa vom bisherigen MacBook, funktioniert weiter.

Termine

  • Vorbestellung: seit Mittwoch, 28. Oktober, online bei Apple und in der Apple Store App
  • Auslieferung und Verkauf in den Apple Stores: ab Freitag, 6. November

Gerade beim Touchscreen lohnt es sich, ihn vor dem Kauf einmal selbst auszuprobieren. Ab dem 6. November steht das neue MacBook Pro in den Apple Stores, in Köln also in der Schildergasse und im Rhein-Center. Wer online bestellt, kann das Gerät innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt ohne Angabe von Gründen zurückgeben.

Mein Fazit

Ich finde es richtig cool, dass es endlich ein MacBook Pro mit OLED-Display gibt. Dazu der Farbraum Adobe RGB und der leuchtende Apfel auf dem Deckel: Für mich ist das wirklich ein sehr schönes MacBook, es gefällt mir richtig gut.

Und es ist dabei sogar leichter geworden, rund 220 Gramm beim 14-Zoll-Modell und über 300 Gramm beim 16-Zoll-Modell. Das kleine wiegt jetzt sogar weniger als das günstigere MacBook Pro mit M6.

Auch die Dynamic Island gefällt mir. Mit der Notch bin ich persönlich nie ganz warm geworden, deshalb finde ich die neue Lösung deutlich besser.

Für Profis, die mit Fotos, Videos oder Grafik arbeiten, ist das ein tolles Gerät, zumal jetzt bis zu 16 TB Speicher möglich sind.

Florian Fischer, Inhaber von Flori hilft! und Apple-Berater aus Köln

Florian Fischer

Inhaber

Ich bin Florian, Inhaber von Flori hilft!. Seit 2019 unterstütze ich Privatpersonen und kleine Unternehmen rund um Mac, iPhone, iCloud und WLAN – verständlich erklärt, vor Ort in Köln und per Fernwartung deutschlandweit.

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