von Florian Fischer
iMac und MacBook Pro mit M6: Was neu ist, was fehlt und was sie kosten
Apple hat am Dienstag, 27. Oktober, den iMac und das 14-Zoll-MacBook-Pro mit dem M6 vorgestellt. Beide behalten ihr Design, neu sind vor allem der Chip und das schnellere WLAN. In Deutschland kostet der iMac ab 1.799 Euro, das MacBook Pro ab 2.299 Euro. Vorbestellen kannst Du beide ab Mittwochabend.
Wie schon am Montag das neue iPad mini kamen auch die beiden Macs ohne Bühne: per Pressemitteilung und, fürs MacBook Pro, mit einem kurzen Video auf YouTube. Am Mittwoch um 18 Uhr folgt das Apple-Event „Pro and tell“, erwartet wird dort das erste MacBook Pro mit Touchscreen. Was dazu bisher bekannt ist, steht in unserer Vorschau auf das Event.
Der M6: Was der Chip mitbringt
Ganz neu ist der M6 nicht. Apple hat ihn im August im Mac mini eingeführt, als ersten eigenen Chip im 2-Nanometer-Verfahren, also mit noch feineren Strukturen. Jetzt steckt er auch im iMac und im günstigsten MacBook Pro.
Der Prozessor hat bis zu 12 Kerne: 2 besonders schnelle Super-Kerne, 4 Performance- und 6 Effizienz-Kerne. Das sind zwei mehr als beim Vorgänger. Auch die Grafik hat bis zu 12 Kerne, jeder mit eigenen Recheneinheiten für KI. Dazu kommt eine doppelte Neural Engine mit zweimal 16 Kernen, die viele KI-Aufgaben direkt auf dem Mac erledigt.
Apples eigene Messungen klingen entsprechend:
- MacBook Pro mit M6 gegenüber M5: Grafik bis zu 30 Prozent schneller, KI-Aufgaben wie das Verarbeiten von Anfragen an ein Sprachmodell bis zu 25 Prozent schneller
- iMac mit M6 gegenüber M4: Grafik bis zu doppelt so schnell, KI auf dem Gerät bis zu fünfmal so schnell, Excel bis zu anderthalbmal so schnell
- iMac mit M6 gegenüber dem beliebtesten iMac mit Intel-Chip: bis zu 18-mal so schnell
Wie viel davon im Alltag ankommt, hängt stark davon ab, was Du mit dem Mac machst. Für Mails, Surfen und Fotos war schon der Vorgänger mehr als schnell genug. Spürbar wird der Unterschied bei Videoschnitt, Spielen und KI-Programmen, die direkt auf dem Mac laufen.

iMac mit M6: mehr Tempo, bekanntes Gehäuse
Von außen erkennst Du den neuen iMac nicht. Er hat weiter den 24-Zoll-Bildschirm mit 4,5K-Auflösung und 500 Nits Helligkeit und kommt wieder in sieben Farben: Blau, Violett, Pink, Orange, Gelb, Grün und Silber.
Es gibt zwei Ausführungen, und die Unterschiede gehen über den Chip hinaus:
- 10-Kern-Modell: M6 mit 10 Prozessor- und 10 Grafikkernen, zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse, ein externer Bildschirm, Magic Keyboard ohne Touch ID, Ethernet mit 2,5 Gbit/s gegen Aufpreis. Arbeitsspeicher 16 oder 24 GB, SSD bis 1 TB
- 12-Kern-Modell: M6 mit 12 Prozessor- und 12 Grafikkernen, vier Thunderbolt-4-Anschlüsse, bis zu zwei externe Bildschirme, Magic Keyboard mit Touch ID, Ethernet mit 2,5 Gbit/s ab Werk. Arbeitsspeicher 16, 24 oder 32 GB, SSD bis 2 TB, auf Wunsch mit mattem Nanotexturglas, das weniger spiegelt
Neu ist bei beiden Apples eigener Funkchip N1 mit WLAN 7, Bluetooth 6 und Thread, einem Funkstandard fürs Smart Home. Die SSD arbeitet laut Apple bis zu doppelt so schnell. An der Größe hat sich aber nichts getan: Das Grundmodell startet weiter mit 256 GB, und nachrüsten lässt sich der Speicher nicht.
Kamera und Lautsprecher bleiben, wie sie waren: eine 12-Megapixel-Kamera mit Folgemodus und Schreibtischansicht, sechs Lautsprecher und drei Mikrofone. Das Netzteil mit 143 Watt liegt beim iMac wie gewohnt bei.

MacBook Pro 14 Zoll mit M6: das neue Einstiegsmodell
Das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M6 ersetzt das bisherige Modell mit M5. Darüber bleiben die Varianten mit M5 Pro und M5 Max im Angebot, auch beim 16-Zoll-Modell. Das klingt verwirrend, ist aber kein Fehler: Der M6 ist neuer und bei einem einzelnen Kern laut Apple sogar schneller. Bei vielen Kernen gleichzeitig, bei der Grafik und beim Arbeitsspeicher sind die Pro- und Max-Chips aber deutlich stärker. Warum das so ist, haben wir schon beim M6 im Mac mini erklärt.
Was sich beim Einstiegsmodell ändert:
- Chip: 12 statt 10 Prozessor- und Grafikkerne
- Funk: WLAN 7 und Bluetooth 6 über den N1-Chip
- Arbeitsspeicher: weiter 16, 24 oder 32 GB. Mit 24 oder 32 GB ist er jetzt schneller angebunden (170 statt 153 GB/s)
Gleich bleiben der Speicher mit ab Werk 1 TB, wahlweise 2 oder 4 TB, so wie beim M5-Modell seit März, und der Akku: laut Apple bis zu 24 Stunden Videostreaming und 16 Stunden Surfen im WLAN.
Der Bildschirm bleibt das bekannte Liquid-Retina-XDR-Display mit 14,2 Zoll, ProMotion bis 120 Hz und bis zu 1.600 Nits bei HDR-Inhalten, auf Wunsch mit Nanotexturglas. Farben gibt es zwei: Space Schwarz und Silber.
Bei den Anschlüssen bleibt es bei drei Thunderbolt-Anschlüssen, HDMI, SD-Kartenleser, MagSafe 3 und Kopfhörerbuchse. Der Unterschied steckt im Detail: Das M6-Modell hat Thunderbolt 4 mit bis zu 40 Gbit/s, die Modelle mit M5 Pro und M5 Max haben das deutlich schnellere Thunderbolt 5 mit bis zu 120 Gbit/s. Externe Bildschirme gehen am M6-Modell bis zu zwei.

Kein Netzteil im Karton
Das solltest Du vor dem Kauf wissen: In Deutschland liegt dem MacBook Pro mit M6 kein Netzteil bei, nur das MagSafe-Kabel. So steht es in Apples deutschen technischen Daten. In den USA packt Apple ein Netzteil mit 70 Watt dazu. Neu ist das nicht: Schon das Modell mit M5 kam im Oktober 2025 hierzulande ohne Netzteil, ebenso die Modelle mit M5 Pro und M5 Max.
Apple empfiehlt zum Laden mindestens 60 Watt. Mit einem USB-C-Netzteil ab 96 Watt lädt das MacBook Pro schnell, laut Apple auf bis zu 50 Prozent in 30 Minuten.
Hast Du schon ein passendes USB-C-Netzteil, etwa von Deinem alten MacBook, kannst Du es weiter nutzen. Wenn nicht, plane den Kauf gleich mit ein.
Was nicht kam
Beide Macs sind ein Update von innen. Was es nicht gibt:
- Kein Touchscreen und kein OLED. Beides wird für das teurere MacBook Pro beim Event am Mittwoch erwartet.
- Kein neues Design. iMac und MacBook Pro sehen aus wie ihre Vorgänger.
- Kein Thunderbolt 5 beim M6, das bleibt den Pro- und Max-Chips vorbehalten.
- Kein größerer Grundspeicher beim iMac. Er startet weiter mit 256 GB.
Siri AI: auf dem Mac auch in der EU, aber ohne Deutsch
Apple bewirbt beide Macs auch mit Siri AI, der neuen Siri, die es seit Montag mit macOS 27.2 als Beta gibt. Beim iPad mini bleibt Siri AI in der EU vorerst außen vor, beim Mac sieht es anders aus. Im Kleingedruckten schließt Apple die EU nur unter iOS, iPadOS und watchOS aus. macOS steht nicht auf dieser Liste, auf dem Mac ist Siri AI also auch bei uns zu haben.
Der Haken ist die Sprache. Siri AI versteht bisher Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Wer es nutzen will, muss die Sprache des Macs und von Siri auf eine davon umstellen, im Alltag also zum Beispiel den ganzen Mac auf Englisch. Deutsch fehlt, auch in Apples Liste der Sprachen, die bis Jahresende dazukommen sollen. Apple Intelligence selbst läuft auch auf Deutsch, laut Apple aber nicht jede Funktion.
Zwei Einschränkungen nennt Apple außerdem: Siri AI greift teils auf Apples Server zurück und hat deshalb ein Tageslimit, mehr Nutzung soll es später gegen Geld geben. Und für Kinder unter 13 Jahren ist Siri AI nicht freigegeben.
Preise und Termine
In Deutschland kosten die neuen Macs:
- iMac mit 10 Kernen: ab 1.799 Euro (16 GB, 256 GB)
- iMac mit 12 Kernen: ab 1.999 Euro (16 GB, 256 GB)
- MacBook Pro 14 Zoll mit M6: ab 2.299 Euro (16 GB, 1 TB, ohne Netzteil)
- Bildungspreise: iMac ab 1.739 Euro (10 Kerne) und ab 1.879 Euro (12 Kerne), MacBook Pro ab 2.179 Euro
Zum Vergleich: Im Juni hat Apple die Preise für Macs deutlich erhöht und das mit stark gestiegenen Preisen für Bauteile begründet, vor allem für Speicher. Seitdem kostete der iMac mit M4 ab 1.799 Euro, mit vier Thunderbolt-Anschlüssen ab 1.999 Euro. Der neue iMac kostet also genauso viel, bringt aber mehr Kerne mit. Das MacBook Pro mit M5 lag zuletzt bei 2.199 Euro, ebenfalls mit 1 TB. Das neue Modell kostet also 100 Euro mehr und bringt dafür zwei Kerne mehr und WLAN 7 mit.
- Vorbestellung: ab Mittwoch, 28. Oktober, 18:10 Uhr, online bei Apple und in der Apple Store App
- Im Handel: ab Freitag, 6. November
Lohnt sich der Wechsel?
Wer einen iMac mit M4 oder ein MacBook Pro mit M5 hat, braucht nicht zu wechseln. Der Abstand ist spürbar, aber nicht so groß, dass ein funktionierender Mac in Rente muss.
Anders sieht es bei Intel-Macs aus. Sie bekommen kein macOS 27 mehr, und laut Apple ist der neue iMac bis zu 18-mal so schnell wie der beliebteste iMac mit Intel-Chip. Wer vom 13-Zoll-MacBook-Pro mit M1 kommt, bekommt laut Apple bis zu elfmal so schnelle Grafik und bis zu vier Stunden mehr Akkulaufzeit. Wer mit dem M1 noch zufrieden ist, kann aber auch gut weiter warten.
Wer gerade ein MacBook Pro kaufen will: Vorbestellen lässt es sich ohnehin erst am Mittwochabend, nach dem Event. Bis dahin zeigt sich, ob das erwartete Modell mit Touchscreen kommt und was es kostet.
Mein Fazit
Von außen sieht man diesem Update nichts an, und das finde ich in Ordnung. Der M6 macht beide Macs schneller, WLAN 7 ist ein schönes Extra, und beim iMac bleibt der Preis immerhin auf dem Stand seit Juni.
Was mir aber direkt ins Auge gestochen ist: Der iMac kommt in der Grundausstattung wieder nur mit 256 GB, und das geht für mich eigentlich nicht mehr. Fast jeder hat eine Fotomediathek, die locker so groß ist. Und selbst ohne Fotos heißt es gut haushalten und aufpassen, dass Programme nicht zu viel Platz wegnehmen. Es geht schon mit 256 GB. Ich habe einige Kunden, die damit gut klarkommen, weil sie wirklich nur Word, E-Mail und ein bisschen Surfen brauchen. Bei so einem hohen Preis müssten es aber mindestens 512 GB sein.
Wer trotzdem zum Grundmodell greift und iCloud-Fotos nutzt, für den ist „Mac-Speicher optimieren“ Pflicht. Du findest es in der Fotos-App unter Fotos > Einstellungen > iCloud. Dann bleiben die Originale in der iCloud, und auf dem Mac liegen nur kleinere Versionen. Dafür muss Dein iCloud-Speicher groß genug für die ganze Mediathek sein. Schau ruhig nach, ob die Option eingeschaltet ist. Wer seine Bilder nicht in der iCloud hat, muss die Mediathek dagegen gleich auslagern, etwa auf eine externe SSD.
Mein Rat deshalb: Plan beim Kauf gleich mehr Speicher ein, nachrüsten lässt er sich nicht. Und greif eher zum iMac mit 12 Kernen. Für 200 Euro mehr bekommst Du Touch ID, vier statt zwei Anschlüsse und Ethernet direkt dazu.
Beim MacBook Pro würde ich bis Mittwochabend warten. Erst dann weißt Du, ob das Modell mit Touchscreen kommt und ob Dir der Aufpreis das wert ist. Und denk ans Netzteil: Das kleine Ladegerät vom iPhone ist zu schwach, Apple empfiehlt mindestens 60 Watt.
Wer noch einen Intel-Mac hat, für den ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Er bekommt kein macOS 27 mehr, und der Sprung auf den M6 ist riesig. Siri AI würde ich dagegen nicht zum Kaufgrund machen, solange sie kein Deutsch spricht.