von Florian Fischer
Apple-Event am 28. Oktober: Kommt jetzt das MacBook Pro mit Touchscreen?
Nachtrag vom 28. Oktober: Apple hat das MacBook Pro mit Touchscreen inzwischen vorgestellt. Was es kann, was fehlt und was es in Deutschland kostet, steht in unserem Recap. Die Vorschau unten zeigt den Stand vor dem Event.
Apple stellt am Mittwoch, 28. Oktober, neue Geräte vor. Los geht es um 18 Uhr deutscher Zeit. Erwartet werden das erste MacBook Pro mit Touchscreen, ein iPad mini mit OLED-Display sowie ein iMac und ein Einstiegs-MacBook-Pro mit dem M6-Chip. Bestätigt hat Apple davon bisher nur den Termin.
Die Einladung trägt das Motto „Pro and tell“, ein Wortspiel mit „Show and tell“, dem Vorzeigen und Erklären. Dass ausgerechnet „Pro“ darin steckt, gilt als Hinweis auf das MacBook Pro. Alles, was hier über die Geräte steht, stammt aus Berichten, vor allem von Bloomberg. Am Mittwochabend wissen wir, was davon stimmt.
Wann Du die Neuheiten siehst
Die Vorstellung beginnt um 10 Uhr in Los Angeles. Bei uns ist es dann 18 Uhr und damit eine Stunde früher als bei Apple-Events sonst üblich. Der Grund ist die Zeitumstellung: Deutschland ist am 25. Oktober auf Winterzeit gewechselt, die USA folgen erst am 1. November. Für diese eine Woche schrumpft der Abstand auf acht Stunden.
Weder eine große Keynote wie bei der WWDC noch ein Stream sind angekündigt. Laut Bloomberg stellt Apple die neuen Geräte per Pressemitteilung vor, danach dürfen geladene Gäste aus Presse und Social Media sie in Los Angeles ausprobieren. Die Neuheiten dürften also gegen 18 Uhr auf apple.com/de und in Apples Newsroom stehen.
In den Handel kommen könnten die neuen Geräte laut Bloomberg am Freitag, 6. November.
Das MacBook Pro mit Touchscreen
Die größte Neuheit dürfte ein MacBook Pro sein, dessen Bildschirm auf Berührung reagiert. Laut Bloomberg kommt es in 14 und 16 Zoll und wechselt von Mini-LED zu OLED, wie es das iPad Pro 2024 vorgemacht hat. Ein OLED-Bildschirm schaltet einzelne Pixel komplett ab, Schwarz ist dort also wirklich schwarz.
Wichtig ist, wie Apple den Touchscreen einsetzt: als Zusatz, nicht als Ersatz. Tastatur und Trackpad bleiben. Laut Bloomberg richten sich die Bedienelemente danach, ob Du zuletzt den Bildschirm oder das Trackpad benutzt hast. Tippst Du auf eine Schaltfläche, soll das passende Menü direkt neben Deinem Finger erscheinen, und Dock und Menüleiste sind für die Bedienung mit dem Finger angepasst. Die Notch am oberen Bildschirmrand soll einer Dynamic Island weichen, wie Du sie vom iPhone kennst.

Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende. Steve Jobs hatte im Oktober 2010 erklärt, warum der Mac Trackpads statt Touchscreens bekommt: Ein senkrecht stehender Bildschirm sei für Finger ungeeignet, nach einer Weile ermüde der Arm. Apple blieb jahrelang bei dieser Linie. Der einzige Versuch dazwischen war die Touch Bar, ein schmaler Berührungsstreifen über der Tastatur, den es von 2016 bis 2023 gab und der sich nie richtig durchsetzte.
Zur Hardware: Das neue Modell soll deutlich leichter werden, aber kaum dünner, wie Bloomberg-Reporter Mark Gurman zuletzt einschränkte. Face ID ist Berichten zufolge noch nicht dabei. Beim Preis wird ein Aufschlag von bis zu 500 Dollar erwartet, gemessen am heutigen MacBook Pro mit M5 Pro, das in den USA bei 2.499 Dollar beginnt. Das bisherige Modell mit Mini-LED soll vorerst im Angebot bleiben, auf Dauer aber auslaufen.
Warum das teure Modell den älteren Chip bekommt
Im Touch-MacBook sollen M5 Pro und M5 Max arbeiten, also dieselben Chips, die seit März im heutigen MacBook Pro stecken. Den neueren M6 sollen dagegen die günstigeren Geräte bekommen. Das klingt verkehrt herum, folgt aber Apples Namenslogik: Die Zahl steht für die Generation, der Zusatz Pro oder Max für die Leistungsklasse. Ein M5 Pro mit bis zu 18 Rechenkernen spielt in einer anderen Liga als ein M6 mit zwölf. Ausführlich haben wir das im August erklärt, als der M6 im Mac mini und der M5 Ultra im Mac Studio erschienen.
Neu ist: Einen M6 Pro oder M6 Max soll es laut Bloomberg gar nicht geben. Apple soll bei den Profi-Chips direkt zur M7-Generation springen, die Ende 2027 im MacBook Pro erwartet wird.
iPad mini mit OLED-Display
Das iPad mini soll ebenfalls ein OLED-Display bekommen und wäre damit nach dem iPad Pro die zweite iPad-Reihe mit dieser Technik. Hinweise in Apples eigenem Code deuten auf den A20 Pro, den Chip aus dem iPhone 18 Pro. Das aktuelle Modell arbeitet seit Oktober 2024 mit dem A17 Pro. Die Kamera für Videoanrufe soll an die lange Seite wandern, was Gespräche im Querformat angenehmer macht.

Interessant für alle, die ihr iPad mini in der Küche oder im Bad nutzen: Laut Bloomberg wird es das erste iPad, das Wasser verträgt. Die Lautsprecher sollen ohne klassische Öffnungen auskommen, der Ton entsteht über schwingende Gehäuseflächen. Welche IP-Schutzklasse Apple nennt, ist noch offen.
Beim Preis zeichnet sich ein deutlicher Sprung ab. Apple hat das iPad mini im Juni von 499 auf 599 Dollar verteuert, als Grund nannte Tim Cook die stark gestiegenen Preise für Speicherchips. Für das OLED-Modell schätzt Gurman eher 799 Dollar. In Deutschland kostet das aktuelle iPad mini ab 679 Euro, den Euro-Preis des neuen Modells erfahren wir am Mittwoch.
iMac und Einstiegs-MacBook-Pro mit M6
Der 24-Zoll-iMac und das günstigste 14-Zoll-MacBook-Pro sollen den M6 bekommen, den Apple im August mit dem Mac mini eingeführt hat. Es ist Apples erster Chip aus der 2-Nanometer-Fertigung, mit zwölf CPU- und zwölf Grafikkernen. Äußerlich soll sich bei beiden nichts ändern, das Einstiegs-MacBook-Pro bleibt ohne Touchscreen und ohne OLED. Der iMac bekommt laut Gurman neue Farben. Welche, ist noch nicht durchgesickert.

Und der große iMac mit 27 Zoll?
Viele meiner Kunden fragen mich nach dem großen iMac. Die kurze Antwort: Auch am Mittwoch ist keiner zu erwarten. Den iMac mit 27 Zoll hat Apple 2022 eingestellt, und im November 2023 stellte das Unternehmen klar, dass ein solches Modell mit Apple-Chip nicht geplant ist.
Ganz vom Tisch ist ein größerer iMac trotzdem nicht. Bloomberg berichtete 2023 von einem Modell mit rund 32 Zoll, an dem Apple arbeite, und 2024, dass Apple die Idee weiter verfolge. Ende 2025 tauchte in durchgesickerten internen Apple-Dateien ein iMac mit dem Profi-Chip M5 Max auf. Ob daraus jemals ein Produkt wird, ist offen. Für Mittwoch nennt keiner der Berichte einen solchen iMac.
Wer heute einen großen Bildschirm mit Mac will, kombiniert nach Apples eigener Empfehlung einen Mac mini oder einen Mac Studio mit dem Studio Display, einem 27-Zoll-Bildschirm mit 5K. Der Mac mini mit M6 kostet ab 1.049 Euro, das Studio Display ab 1.699 Euro, Tastatur und Maus kommen noch dazu. Der Vorteil dieser Lösung: Wird der Rechner irgendwann zu langsam, tauschst Du nur ihn aus und behältst den Bildschirm.

Was am Mittwoch nicht kommt
- MacBook Air mit M6: erwartet Anfang 2027, am ehesten im März
- iPad Pro mit M6: erwartet im Frühjahr 2027
- M6 Pro und M6 Max: soll es nicht geben, als Nächstes folgen M7 Pro und M7 Max Ende 2027
- HomePod mini, Apple TV 4K und HomeView: hat Apple bereits am 13. Oktober vorgestellt
Jetzt kaufen oder warten?
Wer gerade ein MacBook Pro, einen iMac oder ein iPad mini kaufen will, verliert mit drei Tagen Warten nichts. Am Mittwoch steht fest, was die neuen Modelle können und kosten. Und falls Du in den letzten Tagen bei Apple gekauft hast: Online Bestelltes und im Apple Store Abgeholtes kannst Du innerhalb von 14 Tagen zurückgeben.

Mein Fazit
Wer noch einen Intel-Mac hat, sollte sich langsam wirklich mit einem Wechsel beschäftigen. macOS Tahoe war das letzte große Update für diese Geräte, das neue macOS Golden Gate bekommen sie schon nicht mehr. Sicherheitsupdates gibt es noch eine Weile, aber nicht unbegrenzt.
Neu muss es dabei nicht sein. Auf Vorjahresmodelle kannst Du gut setzen, gerade wenn Du sie günstig findest, denn die M-Chips waren durch die Bank richtig gut. Einen M1 würde ich heute zwar nicht mehr kaufen, aber ein Mac mit M4 oder M5, auch als Pro oder Max, ist weiterhin ein super Kauf.
Den Touchscreen sehe ich entspannt. Ich habe früher schon Laptops mit Touchscreen getestet und ihn nur ab und zu genutzt: im Meeting, um durch ein Dokument zu scrollen, oder um schnell eine App im Dock anzutippen. Nett zu haben, aber wirklich gebraucht habe ich ihn nie. Neugierig bin ich, ob es die Nanotextur auch beim Touchscreen gibt und was sie dann extra kostet.
Den großen iMac vermissen viele, ob er je zurückkommt, weiß niemand. Bis dahin ist ein Mac mini mit Studio Display oder mit einem Bildschirm eines anderen Herstellers eine gute Lösung.
Ein Fan des iPad mini war ich persönlich nie, erst recht nicht, wenn es jetzt so viel teurer wird. Ich kenne aber viele, die es lieben, weil es so handlich ist und man schnell mit dem Stift etwas zeichnen kann.
Am meisten freue ich mich auf das MacBook Pro mit OLED und Touchscreen. Ich bin gespannt, wie es wirklich ist und wie es aussieht. Face ID oder sogar Mobilfunk, damit man unterwegs direkt online ist, wären echte Highlights. In den Berichten taucht beides bisher allerdings nicht auf.