von Florian Fischer
iPhone Duo oder iPhone 18 Pro: Welches lohnt sich für Dich?
Apple hat am Mittwoch sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Es heißt iPhone Duo, lässt sich aufklappen wie ein Buch und kostet in der kleinsten Variante 2.299 Euro. Daneben standen die neuen iPhone 18 Pro, die deutlich weniger spektakulär, dafür aber schon nächste Woche zu haben sind.
Zwei Geräte, zwei völlig verschiedene Angebote, und sie kommen nicht einmal zur selben Zeit auf den Markt.
Das iPhone Duo: aufgeklappt fast ein kleines Tablet
Zusammengeklappt sieht das Duo aus wie ein etwas dickeres iPhone mit einem 5,4 Zoll großen Bildschirm auf der Vorderseite. Damit lässt sich alles machen, was man unterwegs schnell erledigt: Nachrichten lesen, telefonieren, Musik steuern.
Aufgeklappt wächst der Bildschirm auf 7,6 Zoll. Zum Vergleich: Ein iPad mini misst 8,3 Zoll. Das Duo kommt also nah an ein kleines Tablet heran, und darin liegt der eigentliche Reiz. Wer bisher iPhone und iPad mini nebeneinander benutzt hat, trägt künftig womöglich nur noch ein Gerät mit sich.
Aufgeklappt lassen sich zwei Apps nebeneinander nutzen, eine Serie im größeren Bild ansehen oder Videokonferenzen führen, bei denen man die anderen tatsächlich erkennt. Später in diesem Jahr soll außerdem der Apple Pencil mit USB-C unterstützt werden, zum Schreiben und Zeichnen auf beiden Bildschirmen.

Der Rahmen besteht aus Titan, das Scharnier laut Apple aus über hundert Einzelteilen. Gegen Wasser ist das Gerät nach IP68 geschützt, also so gut wie ein normales iPhone. Das ist bei einem Klappmechanismus keine Selbstverständlichkeit und war bei früheren faltbaren Geräten anderer Hersteller der wunde Punkt.
Eine Besonderheit steckt im inneren Bildschirm: Er hat eine Nanotextur-Oberfläche und ist damit matt statt spiegelnd. Das kennt man bisher von teuren Monitoren und einigen MacBooks. Im Sonnenlicht spiegelt so ein Display deutlich weniger, und laut Apple macht die matte Struktur nebenbei die Falte in der Mitte weniger sichtbar.
Bei den Maßen lohnt ein genauer Blick, denn Apple wirbt mit dem dünnsten iPhone aller Zeiten. Aufgeklappt stimmt das: 5,2 Millimeter misst das Duo dann. Zusammengeklappt sind es allerdings 11,3 Millimeter, und genau so trägt man es die meiste Zeit mit sich. In der Hosentasche ist es damit das klobigste iPhone, das Apple je gebaut hat. Beide Zahlen stehen in Apples Datenblatt, beworben wird nur die kleinere.
Beim Gewicht fällt der Unterschied geringer aus als erwartet: 254 Gramm sind nur fünf Gramm mehr als beim iPhone 18 Pro Max. Wer allerdings von einem 17 Pro Max umsteigt, trägt 21 Gramm mehr mit sich herum.
Es gibt zwei Farben: Sternenweiß und Nachthimmel.

Drei Dinge, die beim Duo anders sind
Hier lohnt der genaue Blick, denn einiges davon fällt im Alltag stärker ins Gewicht als jede Datenblattzeile.
Face ID gibt es nicht. Das Duo entsperrt man per Fingerabdruck über den Seitenknopf, alternativ über eine gekoppelte Apple Watch. Wer vom iPhone Pro kommt und keine Watch trägt, gibt damit eine Bequemlichkeit auf, die man erst vermisst, wenn sie weg ist: das Entsperren, ohne das Gerät anzufassen. Zwar sitzt im Inneren eine Kamera unter dem Bildschirm, für die Gesichtserkennung reicht sie aber nicht.
Aufklappen geht nur mit beiden Händen. Das liegt in der Natur der Sache. Wie sehr es im Alltag stört, wird sich zeigen: Für den schnellen Blick auf eine Nachricht reicht der äußere Bildschirm, aufgeklappt wird man eher, wenn man ohnehin sitzt.
Eine physische SIM-Karte passt nicht mehr hinein. Das Duo nutzt ausschließlich eSIM. In Deutschland unterstützen das inzwischen alle großen Anbieter, aber wer eine ältere Prepaid-Karte oder einen Vertrag bei einem kleinen Anbieter hat, sollte das vor dem Kauf prüfen.

Die iPhone 18 Pro: eine Kamera-Neuerung, die wirklich etwas ändert
Die Pro-Modelle wirken daneben unaufgeregt, haben aber eine Neuerung bekommen, die Fotografen freuen dürfte: eine variable Blende. Sechs bewegliche Lamellen in der Hauptkamera lassen sich zwischen vier Stufen verstellen, von ƒ/1.48 bis ƒ/4.
Was das praktisch bedeutet: Bisher war die Blende im iPhone fest eingebaut. Sie war zwar weit geöffnet, ließ sich aber nicht verstellen. Wer einen unscharfen Hintergrund wollte, nahm den Porträtmodus, der die Unschärfe nachträglich berechnet, mit den bekannten Fehlern an Haarsträhnen und Brillenrändern.
Der eigentliche Gewinn liegt deshalb weniger darin, dass die Blende noch etwas weiter aufgeht. Er liegt in der anderen Richtung: Man kann jetzt abblenden. Für eine Landschaft oder ein Gruppenfoto lässt sich einstellen, dass von vorne bis hinten alles scharf ist. Das ging am iPhone bisher überhaupt nicht.

Für alle, die einfach nur Fotos machen, ändert das wenig. Wer aber gezielt fotografiert, bekommt hier zum ersten Mal echte Kontrolle statt einer Simulation. Apple gibt außerdem manuelle Einstellmöglichkeiten für Belichtungszeit und Weißabgleich dazu.
Beim Zoom bleibt es beim bewährten Aufbau: drei Kameras, das Teleobjektiv reicht bis zur vierfachen und in einer zweiten Stufe bis zur achtfachen Vergrößerung.
Die Bildschirme messen 6,3 Zoll beim 18 Pro und 6,9 Zoll beim Pro Max, also genau wie bei den Vorgängern. Zur Auswahl stehen vier Farben: Burgunder, Polar, Silber und Schwarz. Dazu kommen der neue A20-Pro-Chip, eine kleinere Dynamic Island, die jetzt bis zu drei laufende Aktivitäten gleichzeitig anzeigt, und nach Apples Angaben bis zu 36 Stunden Videowiedergabe beim 18 Pro sowie 45 Stunden beim Pro Max. Auch die Pro-Modelle nehmen keine SIM-Karte mehr.

Was das Falten kostet: genau 700 Euro
Jetzt wird es interessant. Hier stehen alle Preise, sortiert nach Speichergröße:
- 256 GB: iPhone 18 Pro 1.449 €, Pro Max 1.599 €, Duo 2.299 €
- 512 GB: iPhone 18 Pro 1.699 €, Pro Max 1.849 €, Duo 2.549 €
- 1 TB: iPhone 18 Pro 2.199 €, Pro Max 2.349 €, Duo 3.049 €
- 2 TB: iPhone 18 Pro 2.949 €, Pro Max 3.099 €, Duo 3.799 €
Wer genau hinschaut, entdeckt etwas, das Apple nirgends ausspricht: Das Duo kostet in jeder einzelnen Speichergröße exakt 700 Euro mehr als das Pro Max. Nicht ungefähr, sondern auf den Euro.
Das ist keine gewachsene Preisstruktur, das ist ein Aufschlag auf die Bauform. Und weil er so sauber isoliert dasteht, wird die Kaufentscheidung erfreulich einfach. Die Frage lautet nicht, ob das Duo ein gutes Gerät ist. Sie lautet: Sind Dir 700 Euro wert, dass sich Dein Telefon aufklappen lässt?
Und diese Frage wird noch etwas unbequemer, wenn man auf die Kameras schaut. Das Duo hat zwei, die Pro-Modelle haben drei. Beim Duo entsteht der Zoom rechnerisch aus dem Hauptsensor und reicht bis zur zweifachen Vergrößerung. Die Pro-Modelle haben ein echtes Teleobjektiv, das bis zur achtfachen geht.
Wer also 700 Euro mehr bezahlt, bekommt beim Fotografieren spürbar weniger. Das ist keine Schlamperei von Apple, sondern eine Platzfrage: In ein Gehäuse, das sich falten lassen muss, passt kein ausgewachsenes Teleobjektiv. Man sollte es nur wissen, bevor man bestellt.
Zweite Beobachtung aus denselben Zahlen: Der Speicheraufpreis ist bei allen drei Modellen identisch und steigt überproportional. 512 GB kosten 250 Euro extra, 1 TB schon 750 Euro, 2 TB volle 1.500 Euro.
Mein Rat dazu aus der Praxis: Der erste Sprung auf 512 GB ist bei einem Gerät dieser Preisklasse fast immer richtig. 250 Euro sind bei 1.449 Euro Grundpreis überschaubar, und die 256-GB-Version wird schneller eng, als die meisten erwarten. Vor allem, seit die KI-Funktionen ihre Modelle direkt auf dem Gerät ablegen. Alles darüber lohnt nur bei echtem Bedarf, etwa wenn Du regelmäßig in 4K filmst. Für das doppelte Geld nochmal doppelten Speicher zu kaufen, ergibt selten Sinn.
Für wen sich was lohnt
Du brauchst jetzt ein neues iPhone? Dann nimm ein 18 Pro. Es ist nächste Woche da, kostet deutlich weniger, und Du bekommst ein ausgereiftes Gerät statt einer ersten Generation.
Du liebäugelst mit dem Duo? Dann lass mich ehrlich sein: Bei der ersten Generation eines faltbaren Geräts bin ich zurückhaltend. Das Scharnier ist ein bewegliches Teil, das jeden Tag mehrfach belastet wird, und wie es sich nach zwei Jahren verhält, weiß derzeit niemand. Dazu kommt, dass es noch keine unabhängigen Tests gibt. Alles, was momentan über das Gerät gesagt wird, stammt aus Apples eigenen Angaben oder von Menschen, die es wenige Minuten in der Hand hatten.
Wer das trotzdem will, weil ihn die Technik begeistert, soll es sich holen. Das ist ein völlig legitimer Grund. Nur sollte man zwei Dinge wissen: Man bezahlt mit, dass Apple Erfahrungen sammelt, und man bekommt die schwächere Kamera.
Du hast ein iPhone 17 Pro? Bleib dabei. Die variable Blende ist die einzige echte Neuerung, und die lohnt einen Wechsel nur, wenn Fotografie Dein Thema ist.
Du kommst von einem älteren Gerät, etwa einem iPhone 13 oder 14? Dann ist der Sprung tatsächlich groß, und zwar weniger wegen der Kamera als wegen der Akkulaufzeit und weil Dein altes Gerät irgendwann keine Sicherheitsupdates mehr bekommt.
Die Termine
- Freitag, 12. September, 14 Uhr: Vorbestellung iPhone 18 Pro und Pro Max
- Montag, 14. September: iOS 27 erscheint als kostenloses Update
- Freitag, 18. September: iPhone 18 Pro im Handel, dazu AirPods 5 und die neuen Apple Watch
- Freitag, 16. Oktober, 14 Uhr: Vorbestellung iPhone Duo
- Freitag, 23. Oktober: iPhone Duo im Handel
Apple startet die Vorbestellung traditionell um Punkt 14 Uhr deutscher Zeit. Wenn Du eine bestimmte Farbe und Speichergröße zum Erstverkaufstag haben willst, solltest Du pünktlich sein. Beliebte Kombinationen rutschen erfahrungsgemäß innerhalb weniger Minuten auf spätere Liefertermine.
Was sonst noch kam
Neben den iPhones hat Apple die AirPods 5 vorgestellt, die erstmals in der offenen Bauform eine spürbare Geräuschunterdrückung bekommen. Dazu die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4, beide mit einem neuen Sensorsystem, das den Puls rund um die Uhr alle fünf Sekunden misst.
Der größere Teil davon steckt allerdings in der Software: Apple baut die Health-App um und ergänzt sie um Auswertungen, die aus Deinen Werten Empfehlungen ableiten. Das kommt allerdings erst später im Jahr und zunächst nur auf Englisch. Darüber schreibe ich, wenn es tatsächlich hier ankommt und man beurteilen kann, was es taugt.
Alle drei Geräte sind ebenfalls ab dem 18. September zu haben.
Mein Fazit
Ich bin vom iPhone Duo wirklich fasziniert. Vor allem die Größe halte ich für die erste, die tatsächlich Sinn ergibt: Eingeklappt hat man ein kompaktes iPhone, mit dem sich alles Alltägliche erledigen lässt, also Nachrichten beantworten und telefonieren. Und wenn man sich mehr Zeit nehmen möchte, um ein Video zu schauen, ein Buch oder einen Artikel zu lesen oder ein wenig zu arbeiten, klappt man es auf. Dass später auch der Apple Pencil funktionieren soll, macht das Gerät noch vielseitiger.
Besonders gespannt bin ich auf das matte Nanotextur-Display im Inneren. Ich hatte diese Oberfläche schon bei meinem MacBook Pro, und gerade in der Sonne spiegelt sie erheblich weniger. Auf meinem iPhone 17 Pro Max nutze ich bis heute eine matte Schutzfolie, einfach weil die Finger dann besser über das Display gleiten und sich das Gerät angenehmer bedienen lässt.
Insgesamt halte ich das für ein sehr gelungenes Smartphone, und ich bin neugierig, was die Tests in den nächsten Monaten zeigen werden. Auch das iPhone 18 Pro ist ein gutes Update: mehr Akkulaufzeit, der neue Chip, die variable Blende. Mir gefällt, dass Apple die Pro-Funktionen konsequent weiterentwickelt, also genau das, was Content Creator und ambitionierte Fotografen im Alltag wirklich gebrauchen können.
Ich bin gerade in Tokio und hatte hier zum ersten Mal das Samsung Galaxy Z Fold 8 in der Hand. Das trifft ungefähr die Maße des neuen iPhone: eingeklappt sehr kompakt, aufgeklappt angenehm groß. Es lag richtig gut in der Hand. Wenn das iPhone Duo noch etwas stärker abgerundet ist, dürfte es ein echter Handschmeichler werden. Beim Gewicht hatte ich mit mehr gerechnet: Die 254 Gramm liegen nur fünf Gramm über einem iPhone 18 Pro Max. Gegenüber meinem eigenen 17 Pro Max sind es allerdings gut zwanzig Gramm mehr, und das dürfte man in der Hosentasche schon spüren.